Umwandlung von Rohdaten in informative Merkmale für ML-Modelle durch Auswahl-, Extraktions-, Konstruktions- und Transformationstechniken
Feature Engineering – auch „Daten-Preprocessing“ genannt – bezeichnet die Abläufe bei der Umwandlung von Rohdaten in Features, die zur Entwicklung von Machine-Learning-Modellen verwendet werden können. Hier beschreiben wir die wichtigsten Konzepte des Feature Engineering und die Rolle, die es bei der Verwaltung des ML-Lebenszyklus spielt.
Features sind im Kontext des Machine Learning die Eingabedaten, die zum Trainieren eines Modells verwendet werden. Es handelt sich um die Attribute einer Entität, über die das Modell etwas erlernen soll. Rohdaten müssen normalerweise erst verarbeitet werden, um als Eingabedaten für ein ML-Modell genutzt werden zu können. Gutes Feature Engineering gestaltet den Prozess der Modellentwicklung effizienter und sorgt dafür, dass die Modelle einfacher, flexibler und zuverlässiger sind.
Unter Feature Engineering versteht man die Umwandlung und Anreicherung von Daten mit dem Ziel, die Leistung von Machine-Learning-Algorithmen zu verbessern, die zum Trainieren von Modellen mit diesen Daten verwendet werden.
Das Feature Engineering umfasst Schritte wie die Skalierung oder Normalisierung von Daten, die Kodierung nichtnumerischer Daten (z. B. Text oder Bilder), die Aggregation von Daten nach Zeit oder Entität, die Verknüpfung von Daten aus verschiedenen Quellen und sogar die Übernahme von Wissen aus anderen Modellen. Das Ziel solcher Transformationen besteht darin, die Lernfähigkeit von Machine-Learning-Algorithmen zu verbessern, um aus dem Dataset genauere Vorhersagen treffen zu können.

Feature Engineering ist aus mehreren Gründen wichtig. Zunächst einmal können Machine-Learning-Modelle, wie bereits erwähnt, manchmal keine Rohdaten verarbeiten. Daher müssen die Daten in eine numerische Form umgewandelt werden, die das Modell versteht. Das kann etwa die Konvertierung von Text- oder Bilddaten in eine numerische Form oder die Erstellung aggregierter Features wie etwa durchschnittliche Transaktionswerte für einen Kunden umfassen.
Ein im Zusammenhang mit dem Machine Learning gelegentlich auftretendes Problem sind relevante Features, die sich auf mehrere Datenquellen verteilen. In solchen Fällen umfasst ein effektives Feature Engineering auch das Verknüpfen dieser Datenquellen mit dem Ziel, ein zentrales nutzbares Dataset zu erstellen. Auf diese Weise können Sie alle vorhandenen Daten zum Trainieren Ihres Modells verwenden, was dessen Treffgenauigkeit und Leistung verbessern kann.
Ein weiteres gängiges Szenario besteht darin, dass die Ergebnisse und Erkenntnisse anderer Modelle in Form von Features für ein anderes Problem wiederverwendet werden können. Diesen Prozess bezeichnet man als Transfer Learning. Er gestattet es Ihnen, die Leistung eines neuen Modells ausgehend von Erkenntnissen aus früheren Modellen zu verbessern. Das Transfer Learning kann besonders dann nützlich sein, wenn Sie mit umfangreichen und komplexen Datasets arbeiten, bei denen es nicht praktikabel ist, ein Modell von Grund auf neu zu trainieren.
Ein effektives Feature Engineering ermöglicht auch die Nutzung belastbarer Features zum Zeitpunkt der Inferenz, d. h. wenn das Modell verwendet wird, um Prognosen anhand neuer Daten zu erstellen. Das ist wichtig, denn die Features, die bei der Inferenz eingesetzt werden, müssen mit jenen identisch sein, die für das Training verwendet wurden, um eine Online-Offline-Verzerrung („Skew“) zu vermeiden, bei der die zum Vorhersagezeitpunkt verwendeten Features anders berechnet werden als die für das Training genutzten.
Das Ziel des Feature Engineering ist die Erstellung eines Datasets, mit dem ein Training zum Aufbau eines Machine-Learning-Modells durchgeführt werden kann. Viele der Tools und Verfahren, die für Datentransformationen verwendet werden, werden auch für das Feature Engineering eingesetzt.
Da der Schwerpunkt des Feature Engineering auf der Entwicklung eines Modells liegt, gibt es mehrere Anforderungen, die nicht bei allen Feature-Transformationen gegeben sind. So müssen Sie vielleicht modellübergreifend oder auch für mehrere Teams in Ihrem Unternehmen Features wiederverwenden. Das erfordert eine robuste Methode zum Auffinden von Features.
Wenn Features wiederverwendet werden, benötigen Sie jedoch zusätzlich eine Möglichkeit, nachzuvollziehen, wo und wie diese Features berechnet werden. Das wird als „Herkunft“ (oder „Lineage“) der Features bezeichnet. Reproduzierbare Feature-Berechnungen sind für das Machine Learning von besonderer Bedeutung, da das Feature nicht nur für das Modelltraining, sondern in exakt gleicher Weise neu berechnet werden muss, wenn das Modell für die Inferenz verwendet wird.