Entwickeln Sie Fähigkeiten, um Daten auf allen Ebenen einer Organisation effektiv zu lesen, zu analysieren und zu kommunizieren.
Datenkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Daten zu lesen, mit ihnen zu arbeiten, sie zu analysieren und Ergebnisse klar und wirksam zu kommunizieren. Es geht darum zu verstehen, wie sie entstehen und wie sie genutzt werden können. Nur so lassen sich die richtigen Fragen stellen, Daten korrekt interpretieren und fundierte, evidenzbasierte Entscheidungen treffen.
Datenkompetenz ist eine Denkleistung. Es geht nicht darum, Data Scientist zu werden, Machine-Learning-Modelle zu entwickeln oder komplexen SQL- oder Python-Code zu schreiben. Entscheidend ist vielmehr die Fähigkeit, kritisch über Daten nachzudenken und Erkenntnisse klar und präzise zu erklären. Und das gilt für jeden im Unternehmen.
Datenkompetenz ermöglicht es Ihnen, die richtigen Fragen zu Daten zu stellen und Geschäftsfragen in Datenfragen zu übersetzen. Statt also zu fragen, warum die Umsätze zurückgehen, könnten Sie die Frage wie folgt formulieren: „Welches Segment, in welchem Zeitfenster, im Vergleich zu welcher Baseline?“
Datenkompetenz kann nicht-technischen Anwendern helfen, Business-Intelligence-Tools effektiv für eine intelligente Entscheidungsfindung zu nutzen, Diagramme und Dashboards zu lesen und kritisch zu bewerten,fehlende Visualisierungen zu erkennen sowie Achsen, Skalen und Referenzlinien korrekt zu interpretieren.
Die Fähigkeit, Glaubwürdigkeit, Voreingenommenheit und Grenzen von Daten zu bewerten, hilft bei der Bewertung von Datenquellen. Zum Beispiel, wenn man feststellt, dass Umfrageergebnisse möglicherweise nicht die gesamte Kundenbasis repräsentieren.
Geschäftsanwender werden in der Lage sein, effektiv mit Datenteams zu kommunizieren, bessere Datenanfragen zu formulieren, Einschränkungen und Kompromisse zu verstehen und Analyseergebnisse korrekt zu interpretieren.
Datenkompetenz baut auf anderen grundlegenden Kompetenzen auf. Die klassische Lesekompetenz, also die Fähigkeit zu lesen, zu schreiben und Texte zu verstehen, ist eine zentrale Voraussetzung. Ebenso ist die digitale Kompetenz, also die Fähigkeit, digitale Werkzeuge und Technologien effektiv und sicher zu nutzen, ein weiterer grundlegender Baustein der Datenkompetenz.
Um Dashboards und Dokumentationen zu lesen, benötigen Sie klassische Lesekompetenz, während digitale Kompetenz es Ihnen erlaubt, Analyse-Tools oder Tabellenkalkulationen zu nutzen. Aber Sie benötigen Datenkompetenz, um zu interpretieren zu können, was die Zahlen tatsächlich aussagen, und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Sie fördert kritisches Denken, kontextuelle Interpretation und eine gesunde Skepsis gegenüber Datenquellen.So stellen Sie Fragen wie: „Ist die Stichprobe groß genug? Im Vergleich zu welcher Referenz? Wurde das Tracking geändert? Ist das Ergebnis statistisch belastbar?“
Viele Unternehmen investieren stark in digitale Literacy (Tools), vernachlässigen jedoch Datenkompetenz (Interpretation). Unternehmen generieren mehr Daten als je zuvor, und Entscheidungen werden zunehmend datengesteuert getroffen. Datenkompetenz ist für Wissensarbeiter daher heute so essenziell, wie es einst die klassische Lesekompetenz war.