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Was ist Extract, Load, Transform? (ELT)

ELT, kurz für Extrahieren, Laden, Transformieren, ist ein moderner Ansatz zur Datenintegration, der für cloudnative Analytics-Plattformen entwickelt wurde. In einer ELT-Pipeline werden die Daten zunächst aus den Quellsystemen extrahiert, dann direkt in ein zentrales Daten-Repository geladen und schließlich in diesem Zielsystem transformiert. Diese Abfolge ist das entscheidende Merkmal von ELT und ein Hauptgrund dafür, dass es zur Grundlage moderner Datenarchitekturen geworden ist.

Das Akronym ELT spiegelt jede Phase des Prozesses wider. Extract extrahiert Daten aus operativen Datenbanken, Anwendungen, APIs und anderen Quellen. Load schreibt diese Daten – typischerweise in ihrer rohen oder nur leicht strukturierten Form – in ein Cloud-Data-Warehouse oder einen Data-Lake. Transform wendet Geschäftslogik, Bereinigung, Aggregation und Anreicherung an, nachdem die Daten bereits gespeichert und für die Analyse zugänglich sind.

Dieser Ansatz unterscheidet sich von herkömmlichen ETL-Pipelines, bei denen Transformationen stattfinden, bevor die Daten geladen werden. Leser, die einen grundlegenden Überblick über dieses Modell wünschen, können sich mit ETKL (Extract, Transform, Load) vertraut machen.

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ELT ist eng mit cloudnativen Datenarchitekturen und dem modernen Data Stack verknüpft. Cloud-Plattformen bieten kostengünstigen Speicher und elastische Rechenleistung. Das macht es praktikabel Rohdaten vorzuhalten und nach Bedarf Transformationen auszuführen. Daher wird ELT häufig von Data Engineers, Datenanalysten und Data Scientists genutzt, die schnellen Zugriff auf Daten, Flexibilität bei der Modellierung und Unterstützung für Advanced Analytics und KI-Workloads benötigen.

Historisch gesehen entstand ELT, als Cloud Data Warehouses leistungsstark genug wurden, um umfangreiche Transformationen innerhalb des Warehouse durchzuführen – wodurch sich die Datenintegrationsmuster an neue technische Gegebenheiten anpassten.

Warum sich ELT als moderner Ansatz durchgesetzt hat

ELT entstand als direkte Reaktion auf Veränderungen in der Art und Weise, wie Unternehmen Daten speichern, verarbeiten und analysieren. Viele Jahre lang war ETL das dominante Integrationsmuster, da es den Einschränkungen klassischer On-Premises-Data-Warehouses entsprach. Rechenressourcen waren begrenzt, Speicher war teuer und Transformationen mussten sorgfältig optimiert werden, bevor die Daten zur Analysen geladen wurden.

Als Unternehmen mit der Modernisierung ihrer Daten-Stacks begannen, geriet dieses Modell ins Wanken. Cloudnative Architekturen beseitigten viele der Einschränkungen, für die ETL konzipiert wurde, und führten zu neuen Kompromissen in Bezug auf Geschwindigkeit, Flexibilität und Kosten. Eine detaillierte Gegenüberstellung der Unterschiede – einschließlich der Frage, wann welcher Ansatz geeignet ist – findest du unter ETL vs. ELT.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war der Aufstieg von Cloud Data Warehouses wie Databricks, BigQuery und Amazon Redshift. Diese Plattformen bieten elastische, massiv parallele Rechenleistung, die klassische Systeme deutlich übertrifft. Statt auf separate Transformationsschichten zu setzen, können Unternehmen heute komplexe Transformationen direkt im Warehouse ausführen.

Parallel dazu veränderten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Speicherung deutlich. Cloud-Objektspeicher machte es kostengünstig, große Mengen an Rohdaten und historischen Daten zu speichern. Statt Daten früh in der Pipeline zu transformieren und zu verwerfen, konnten Teams sie in ihrer ursprünglichen Form laden und für spätere Analysen, erneute Verarbeitung und Machine-Learning-Use-Cases vorhalten.

Leistungsfähigere und flexiblere Rechenressourcen verstärkten diesen Wandel zusätzlich. Da Transformationen innerhalb des Zielsystems ablaufen, können Teams die Geschäftslogik iterieren, historische Daten erneut transformieren und sich an ändernde Anforderungen anpassen, ohne Ingestion-Pipelines zur Datenaufnahme neu erstellen zu müssen.

Zusammen haben diese Faktoren ELT im großen Scale praktisch und kostengünstig gemacht. Als Cloud-Plattformen zur Grundlage moderner Datenarchitekturen wurden, entwickelte sich ELT nicht als Trend, sondern als natürliche Weiterentwicklung der Datenintegration in einer cloudnativen Welt.

Wie der ELT-Prozess funktioniert: Der dreistufige ELT-Workflow

Grundsätzlich durchlaufen ELT-Pipelines drei verschiedene Phasen – Extrahieren, Laden und Transformieren –, die in dieser Reihenfolge ausgeführt werden. Obwohl die Schritte selbst den meisten Datenexperten vertraut sind, ändert ELT, wo und wann die Transformation stattfindet. Anstatt die Daten aufzubereiten, bevor sie die Analytics-Plattform erreichen, priorisiert ELT die schnelle Ingestion (Datenaufnahme) und verschiebt die Transformation, bis die Daten bereits gespeichert und zugänglich sind.

Extrahieren

In der Extraktionsphase werden Daten aus den Quellsystemen in die Pipeline kopiert. Zu diesen Quellen können operative Datenbanken, Anwendungs-APIs, SaaS-Plattformen, IoT-Geräte, Protokolldateien, Ereignis-Streams und Cloud-Objektspeicher gehören. Moderne ELT-Pipelines sind so konzipiert, dass sie eine Vielzahl von Datentypen unterstützen, darunter strukturierte Tabellen, semistrukturierte Formate wie JSON und unstrukturierte Daten wie Text oder Logs.

Während der Extraktion werden die Daten typischerweise mit minimalen Änderungen erfasst. Das Ziel ist Zuverlässigkeit und Vollständigkeit, nicht Optimierung. Viele Pipelines verwenden inkrementelle Extraktionstechniken – wie z. B. Change Data Capture –, um neue oder aktualisierte Datensätze zu identifizieren, ohne wiederholt ganze Datensätze zu scannen. Das reduziert die Last auf den Quellsystemen und sorgt gleichzeitig dafür, dass die nachgelagerten Daten aktuell bleiben.

Ein entscheidendes Merkmal von ELT ist, dass die Daten während der Extraktion in ihrer rohen oder nahezu rohen Form verbleiben. Durch die Vermeidung früher Transformationen bewahren Teams die ursprüngliche Datentreue und vermeiden Annahmen darüber, wie die Daten später verwendet werden.

Laden

In der Ladephase werden die extrahierten Daten direkt in das Zielsystem geschrieben. Im Gegensatz zu herkömmlichen ETL-Pipelines vermeidet ELT Transformationsengpässe während des Ladens, was die Aufnahmegeschwindigkeit und Skalierbarkeit erheblich verbessert. Daten werden oft gebündelt und parallel geladen, sodass Pipelines große Volumen effizient verarbeiten können.

Das Zielsystem ist in der Regel ein Cloud-Data-Warehouse oder ein Data Lake. Gängige ELT-Ziele sind unter anderem Plattformen wie Databricks, BigQuery und Amazon Redshift sowie Data Lakes, die auf Objektspeichern wie Amazon S3 oder Azure Data Lake Storage aufbauen.

Daten werden in ihrem nativen oder geringfügig strukturierten Format gespeichert, oft nach Zeit, Quelle oder anderen logischen Grenzen partitioniert. Dieses Design unterstützt eine schnelle Ingestion und bewahrt gleichzeitig die Flexibilität für die nachgelagerte Verarbeitung. Da die Daten bereits zentralisiert und zugänglich sind, können Analytics-Teams sofort mit der Untersuchung beginnen, noch bevor die formale Transformationslogik abgeschlossen ist.

Transformieren

Die Transformationsstufe findet vollständig im Zielsystem statt und nutzt dessen native Verarbeitungs- und Abfrage-Engines. Hier werden Rohdaten bereinigt, standardisiert, zusammengefügt, aggregiert und zu analysefertigen Datensätzen angereichert. Transformationen werden üblicherweise in SQL formuliert, obwohl je nach den Funktionen der Plattform auch andere Sprachen verwendet werden können.

Durch die Nutzung der Rechenleistung von Cloud-Data-Warehouses und Lakehouse-Systemen ermöglicht ELT eine bedarfsgerechte Skalierung von Transformationen. Teams können komplexe Logik über große Datasets ausführen, ohne eine separate Transformationsinfrastruktur bereitzustellen. Tools wie dbt werden häufig genutzt, um SQL-basierte Transformationen zu verwalten, Tests und Dokumentation einzubinden und Software-Engineering-Praktiken in Analytics-Workflows zu verankern.

Ein wesentlicher Vorteil von ELT ist die Fähigkeit, historische Daten iterativ zu transformieren und zu retransformieren. Wenn sich die Geschäftsregeln ändern, können Teams Transformationen einfach auf den vorhandenen Rohdaten erneut ausführen, statt sie erneut aus den Quellsystemen zu extrahieren. Dieser Schema-on-Read-Ansatz ermöglicht die Koexistenz mehrerer Transformationsebenen, unterstützt verschiedene Anwendungsfälle und bewahrt gleichzeitig die Flexibilität bei sich ändernden Anforderungen.

Vorteile von ELT für die moderne Datenintegration

ELT bietet mehrere Vorteile, die eng mit der Konzeption und Nutzung moderner, cloudnativer Datenplattformen übereinstimmen. Indem Daten zuerst geladen und anschließend im Analytics-System transformiert werden, verbessert ELT Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz und unterstützt erweiterte Analytics-Workloads besser.

Schnellere Datenverfügbarkeit

Einer der unmittelbarsten Vorteile von ELT ist der schnellere Zugriff auf Daten. Da Rohdaten direkt in das Zielsystem geladen werden, ohne auf den Abschluss der Transformationen zu warten, gelangen Ingestion-Pipelines schnell von der Quelle zum Speicher. So verkürzt sich die Zeit zwischen Datenerzeugung und Verfügbarkeit für Analysen.

Schnellere Ingestion ermöglicht Analytics-Teams, agiler auf veränderte Geschäftsbedingungen zu reagieren. Neu angebundene Datenquellen lassen sich sofort untersuchen, sobald sie geladen sind – noch bevor die Transformationslogik final definiert ist. Das ist besonders wertvoll bei zeitkritischen Use Cases wie Betriebs-Monitoring, Dashboards in nahezu Echtzeit und Ad-hoc-Analysen. Indem ELT Ingestion und Transformation entkoppelt, minimiert es Verzögerungen und ermöglicht schnellere Entscheidungen im gesamten Unternehmen.

Erhöhte Skalierbarkeit und Flexibilität

ELT eignet sich gut für große und wachsende Datenmengen. Transformationen werden mithilfe der Rechenressourcen von Cloud-Data-Warehouses wie Databricks, BigQuery und Amazon Redshift ausgeführt, die alle für eine bedarfsgerechte Skalierung konzipiert sind. Dadurch können Pipelines alles von kleinen analytischen Datasets bis hin zu Workloads im Petabyte-Bereich ohne Änderungen an der Architektur verarbeiten.

Da die Rohdaten erhalten bleiben, können Teams historische Daten erneut transformieren, ohne sie noch einmal aus den Quellsystemen extrahieren zu müssen. Wenn sich Geschäftsregeln, Schemata oder Reporting-Anforderungen ändern, können Transformationen direkt im Warehouse aktualisiert und erneut ausgeführt werden. ELT unterstützt auch strukturierte, semistrukturierte und unstrukturierte Daten und bietet so Flexibilität, wenn Unternehmen Logs, Ereignisse und Anwendungsdaten neben herkömmlichen relationalen Datensätzen erfassen.

Kosteneffizienz

ELT kann die Gesamtkomplexität und die Kosten der Pipeline senken, da keine dedizierte Transformationsinfrastruktur erforderlich ist. Statt separate Server oder Verarbeitungsebenen zu betreiben, nutzt die Organisation dieselbe Cloud-Plattform, die auch für Analytics eingesetzt wird, um Transformationen auszuführen.

Cloud-Preismodelle unterstützen die Kosteneffizienz zusätzlich. Speicher ist dank moderner Komprimierung und Tiering relativ kostengünstig, was die langfristige Speicherung von Rohdaten praktikabel macht. Rechenressourcen werden nur dann verbraucht, wenn Transformationen laufen. Teams können die Nutzung je nach Bedarf hoch- oder runterfahren. Durch den Verzicht auf zwischengeschaltete Staging-Systeme und die Bündelung der Verarbeitung auf einer einzigen Plattform vereinfacht ELT den Betrieb und verbessert gleichzeitig die Ressourcenauslastung.

Unterstützung für moderne Analysen und KI

Die Beibehaltung von Rohdaten ist besonders wichtig für fortschrittliche Analysen, Data Science und Machine-Learning-Workflows. ELT stellt sicher, dass die Originaldaten immer für explorative Analysen, Feature-Engineering und Modelltraining verfügbar sind.

Da Transformationen nicht destruktiv sind, können Analyseteams frei iterieren, ohne Ingestion-Pipelines neu erstellen zu müssen. Das ermöglicht Experimentieren, schnelles Prototyping und eine kontinuierliche Verbesserung von Modellen und Metriken. ELT passt außerdem gut zu modernen Analytics- und KI-Tools, die direkten Zugriff auf große Mengen detaillierter Daten erwarten. Das macht es zu einer starken Grundlage für datengesteuerte und KI-gesteuerte Initiativen.

Wann ELT sinnvoll ist: ideale Use Cases und Szenarien

ELT eignet sich besonders gut für moderne Datenumgebungen, in denen Skalierbarkeit, Flexibilität und schneller Datenzugriff Priorität haben. ELT ist zwar nicht für jeden Workload die richtige Wahl, passt aber sehr gut zu mehreren gängigen Use Cases in cloudnativen Analytics-Umbegungen.

Cloud-Data-Warehousing und Data Lakes

ELT eignet sich hervorragend für Cloud-Data-Warehouse- und Data-Lake-Architekturen. Diese Plattformen sind so konzipiert, dass sie elastische Rechenressourcen und kostengünstigen Speicher bereitstellen. So lassen sich Daten schnell laden und Transformationen später anwenden. Gerade Data-Lake-Implementierungen setzen darauf, Rohdaten zu behalten und das Schema erst beim Lesen anzuwenden (Schema-on-Read). Das deckt sich direkt mit dem ELT-Modell. Diese Flexibilität erlaubt es Analytics-Teams, Schemas und Transformationslogik an neue Anforderungen anzupassen, ohne Ingestion-Pipelines neu aufbauen zu müssen.

Echtzeit- und Streaming-Daten

Bei zeitkritischen Analysen unterstützt ELT eine schnellere Datenverfügbarkeit, weil das unmittelbare Laden priorisiert wird. Streaming-Daten können kontinuierlich aufgenommen und mit minimaler Verzögerung für die Analyse zur Verfügung gestellt werden, während Transformationen inkrementell oder nachgelagert angewendet werden. Dieser Ansatz ist gängig in Szenarien wie IoT-Datenpipelines, Monitoring von Finanztransaktionen, Betrugserkennung und operativen Dashboards, bei denen eine schnelle Transparenz wichtiger ist als eine Optimierung im Vorfeld.

Big Data und Analytics

ELT skaliert effektiv für große Datasets im Bereich von Terabytes bis Petabytes. Cloud-Data-Warehouses und Lakehouse-Plattformen sind dafür ausgelegt, große Datenmengen zu verarbeiten und Transformationen parallel auszuführen. Durch die Trennung von Ingestion und Transformation bleiben Pipelines robust, auch wenn Datenvolumina stark wachsen. Es unterstützt außerdem sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Daten, was es Analyseteams ermöglicht, mit vielfältigen Datensätzen zu arbeiten und die Zeit bis zum Erkenntnisgewinn zu verkürzen.

Maschinelles Lernen und Data Science

Workflows für Machine Learning und Data Science profitieren erheblich von ELT. Da Rohdaten erhalten bleiben, können Data Scientists explorative Analysen, Feature Engineering und Model Training durchführen, ohne Daten erneut erfassen zu müssen. Wenn sich Modelle weiterentwickeln, können Teams Transformationen und Trainingsdatensätze direkt in der Analytics-Plattform iterativ anpassen. Das unterstützt Experimente und eine kontinuierliche Verbesserung.

Konsolidierung vielfältiger Datenquellen

Organisationen, die Daten aus vielen Systemen integrieren, nutzen ELT häufig, um die Ingestion zu vereinfachen. Daten aus verschiedenen Quellen lassen sich schnell in ihrer ursprünglichen Form laden und anschließend über Post-Load-Transformationen standardisieren und harmonisieren. Das reduziert die Komplexität im Vorfeld und erleichtert die Integration neuer Datenquellen.

Cloud-Migration und Modernisierung

ELT wird häufig bei Migrationen von On-Premises-ETL-Systemen in die Cloud eingeführt. Indem Daten zuerst geladen und die Transformation nachgelagert werden, sinkt die Integrationskomplexität und der Ansatz passt besser zu Cloud-First-Modernisierungsinitiativen.

ELT-Technologien und -Tools

Cloud Data Warehouses

Cloud-Data-Warehouses stellen die Rechenressourcen bereit, die ELT im großen Maßstab praktikabel machen. Plattformen wie BigQuery, Amazon Redshift und Databricks sind darauf ausgelegt, Transformationen direkt dort auszuführen, wo die Daten gespeichert sind. BigQuery bietet eine serverlose Architektur mit starker Unterstützung für semistrukturierte Daten und Streaming-Daten sowie integrierte ML- und KI-Funktionen. Redshift ist eng in das AWS-Ökosystem integriert und verwendet spaltenorientierten Speicher und Funktionen wie Redshift Spectrum, um Daten in Amazon S3 abzufragen. Databricks verfolgt eine Lakehouse-Architektur und ermöglicht SQL-Analysen direkt auf Data Lakes mit Unterstützung für mehrere Cloud-Anbieter. Alle drei Plattformen unterstützen großskalige In-Warehouse-Transformationen, die zentral für ELT-Workflows sind.

ELT-Tools für Ingestion und Loading

ELT-Ingestion-Tools konzentrieren sich darauf, Daten mit minimaler Transformation zuverlässig zu extrahieren und zu laden. Airbyte bietet Hunderte von Konnektoren mit Open-Source-Flexibilität und sowohl selbst gehosteten als auch verwalteten Optionen. Fivetran liefert ein vollständig gemanagtes SaaS-Erlebnis inklusive automatisierter Handhabung von Schema-Änderungen. Meltano ist stark entwicklerorientiert und integriert sich gut mit CI/CD-Workflows integrieren, während Matillion eine visuelle Oberfläche mit solider SQL- und Python-Unterstützung bietet.

Frameworks für die Datentransformation

Transformations-Frameworks verwalten die Logik nach dem Laden. dbt ermöglicht modulare, SQL-basierte Transformationen mit integriertem Testing, Dokumentation und Datenherkunft und bringt so Software-Engineering-Disziplin in Analytics.

ELT-Pipelines aufbauen

Eine typische ELT-Pipeline führt von Extraction über Ingestion und Loading in ein Cloud-Data-Warehouse hin zu Transformation und der Nutzung in Analytics. Orchestrierungstools steuern Zeitpläne und Abhängigkeiten, während Versionierung und Tests die Zuverlässigkeit sichern, wenn sich Pipelines weiterentwickeln.

Herausforderungen und wichtige Überlegungen zu ELT

Verwaltung der Datenqualität

In ELT-Pipelines werden Rohdaten vor Validierung oder Transformation geladen. Das bedeutet, dass Datenqualitätsprobleme eher nachgelagert sichtbar werden, statt frühzeitig herausgefiltert zu werden. Validierungsframeworks sind daher entscheidend, um fehlende Werte, unerwartete Formate und Schemaänderungen nach der Ingestion zu erkennen. Tests in jeder Transformationsstufe helfen, Datenkorrektheit und Konsistenz sicherzustellen. Datenherkunft schafft Transparenz darüber, wie sich Roheingaben durch die Transformationsschichten bewegen. Klare Strategien zur Fehlerbehandlung und Datenwiederherstellung ermöglichen es Teams, Probleme zu beheben und Transformationen erneut auszuführen, ohne Daten erneut aus den Quellsystemen extrahieren zu müssen.

Data Governance und Compliance

Die Aufbewahrung von Rohdaten bringt zusätzliche Überlegungen zu Governance und Compliance mit sich. Cloud-Data-Warehouse-Umgebungen müssen sensible Informationen schützen und regulatorische Vorgaben erfüllen, etwa die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), den Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA), den Sarbanes–Oxley Act (SOX) und den Payment Card Industry Data Security Standard (PCI-DSS) erfüllen. Rollenbasierte Zugriffssteuerung beschränken, wer Daten einsehen oder ändern kann, während Datenmaskierung die Offenlegung sensibler Felder begrenzt. Verschlüsselung schützt Daten sowohl bei der Übertragung als auch im Ruhezustand, und Audit-Protokolle schaffen Transparenz über Zugriff und Nutzung, um Compliance-Monitoring zu unterstützen.

Kosten- und Ressourcenmanagement

Auch wenn ELT die Pipeline-Architektur vereinfacht, kann es den Speicherbedarf und die Nutzung von Rechenressourcen erhöhen. Das Aufbewahren von Rohdaten verursacht zusätzliche Storage-Kosten, und Transformations-Workloads verbrauchen Rechenressourcen. Optimierungstechniken wie inkrementelles Laden, Partitionierung und Datenkomprimierung helfen, Ausgaben zu kontrollieren. Kontinuierliches Monitoring und Alerting ermöglichen es Teams, Nutzungsmuster zu verfolgen und Kosten proaktiv zu steuern.

Komplexität der Transformationslogik

Mit zunehmender Reife von ELT-Pipelines kann die Transformationslogik deutlich komplexer werden. Die Verwaltung von Geschäftsregeln innerhalb des Warehouse erfordert eine enge Abstimmung zwischen den Data-Engineering- und Analytics-Teams. Das Testen von Transformationen im großen Maßstab und die Dokumentation von Abhängigkeiten und Datenherkunft sind unerlässlich, um die Zuverlässigkeit und langfristige Wartbarkeit zu gewährleisten.

Fazit

ELT hat sich als zentrales Muster in modernen, cloud-nativen Datenarchitekturen etabliert. Mit der zunehmenden Nutzung von Cloud-Data-Warehouses, Data Lakes und Lakehouse-Plattformen hat sich auch die Art verändert, wie Datenintegrationspipelines entworfen werden: Daten schnell zu laden und im großen Maßstab zu transformieren, wird zum Standard. ELT trägt diesen Realitäten Rechnung, indem es Ingestion, Speicherung und Transformation an die Fähigkeiten heutiger Analytics-Plattformen anpasst.

Die wichtigsten von ELT sind Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Flexibilität. Durch das Laden der Daten vor der Transformation verkürzen Teams die Zeit bis zur Datenverfügbarkeit und erhalten schnelleren Zugriff auf neue und sich ändernde Datenquellen. Elastische Cloud-Rechenressourcen ermöglichen Transformationen nach Bedarf zu skalieren. Gleichzeitig unterstützt das Beibehalten von Rohdaten iterative Analysen, Machine Learning und sich wandelnde Geschäftslogik, ohne wiederholte Extraktion. Diese Flexibilität wird immer wichtiger, weil Organisationen Daten zunehmend für operative Entscheidungen, Advanced Analytics und KI-Initiativen nutzen.

ELT schafft zudem eine starke Grundlage für datengetriebene Entscheidungen. Indem Rohdaten und transformierte Daten in einer Plattform zusammengeführt werden, verbessern Teams Konsistenz, Transparenz und Zusammenarbeit zwischen Analytics, Data Engineering und Data Science. Langfristig hilft das Organisationen, von reaktivem Reporting zu kontinuierlichen Insights und Innovation zu gelangen.

Erfolgreiche ELT-Implementierungen hängen von der passenden Kombination aus Plattformen und Tools ab. Cloud-Data-Warehouses, zuverlässige Ingestion-Systeme, Transformationsframeworks und starke Governance-Praktiken tragen gemeinsam dazu bei, Performance, Kosteneffizienz und Compliance im großen Maßstab sicherzustellen.

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