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Was ist agentische KI?

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Autonome KI-Systeme und ihre Anwendungen in der Praxis verstehen

Einführung in die Agent-basierte KI

Agentische KI (Agent-KI, engl. Agentic AI) bezieht sich auf intelligente Plattformen, die autonom planen, entscheiden und handeln können, um Ziele mit minimalem menschlichen Eingreifen zu erreichen, anstatt auf einzelne Anfragen zu reagieren. Agent-KI kann komplexe Aufgaben von Anfang bis Ende bewältigen und kontinuierliche arbeiten. Dadurch lässt sich Expertise skalieren und der Koordinationsaufwand für Menschen deutlich reduzieren. Sie beantwortet nicht nur Fragen, sondern ergreift die Initiative.

Der Ansatz von Agent-KI unterscheidet sich durch ihr zielorientiertes Verhalten von der Mustererkennung traditioneller KI und der Inhaltserstellung generativer KI: Das System arbeitet auf klar definierte Ziele hin und bewertet fortlaufend den Fortschritt auf dem Weg dorthin. Dazu zerlegt es komplexe Zielsetzungen in Teilaufgaben, ordnet diese logisch an und passt seine Pläne an, wenn sich Rahmenbedingungen ändern. Agent-Ki kann Handlungen eigenständig auswählen und entscheiden, wann sie unter teilweiser oder vollständiger menschlicher Aufsicht aktiv wird. Zudem erkennt sie, wenn ein Ansatz nicht zum gewünschten Ergebnis führt, und wechselt selbstständig zu einer alternativen Vorgehensweise.

Wenn Sie Agent-basierte KI-Systeme zur Ausführung von Aufgaben implementieren, geschieht dies durch die Orchestrierung von drei komplementären Schichten: Large Language Models (LLMs), machine learning (ML) Algorithmen und die Steuerung autonomer Agents. Jede Schicht macht das, was sie am besten kann, und der Agent koordiniert. LLMs bieten Schnittstellen für logisches Denken, Planung und die Verarbeitung natürlicher Sprache. ML-Algorithmen steuern Vorhersage und Optimierung bei. Autonome Agents übernehmen Steuerung, Ausführung und Persistenz.

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Was ist eine agentische KI? Kernmerkmale und Fähigkeiten

Agent-KI wird nicht durch ein einzelnes Modell definiert, sondern durch eine Reihe von verhaltensbezogenen und architektonischen Merkmalen, die sie von reaktiven KI-Systemen unterscheiden. Dazu gehören:

  • Autonomer Betrieb – Das System entscheidet eigenständig und ohne ständige menschliche Überwachung, wann und wie es handelt.
  • Mehrstufige Problemlösung – Die Fähigkeit, ein übergeordnetes Ziel zu erfassen und autonom mehrere voneinander abhängige Schritte – Zielinterpretation, Planung, Ausführung, Ergebnisprüfung und Anpassung – durchzuarbeiten, bis das Ziel erreicht oder eskaliert wird.
  • Anpassungsfähigkeit – Die Fähigkeit, das Verhalten während der Ausführung eines Tasks auf der Grundlage neuer Informationen, Ergebnisse oder sich ändernder Bedingungen anzupassen, statt starr einem festen Skript zu folgen. Agentische KI passt sich mithilfe von Reasoning, Heuristiken, Regeln und Kurzzeitgedächtnis an.

Arbeitsweise agentischer KI-Agents

Ein agentischer KI-Agent arbeitet in einem kontinuierlichen Zyklus:

Ziel und Trigger ↓ 

Richtlinien und Leitplanken ↓ 

Agent Controller (Ausführungsschleife) ↓ 

Planung und Reasoning (LLM) ↓ 

Tool- und Modellorchestrierung ↓ 

Beobachtung und Evaluation ↓ 

Speicher und Zustand ↓ 

Entscheidung / Anpassung

Wenn man die mehrstufige Argumentation von KI-gestützten Agents mit der ständigen menschlichen Aufsicht vergleicht, die für herkömmliche KI-Systeme erforderlich ist, wird deutlich: Ein einzelner Prompt kann Abhängigkeiten nicht autonom managen, das System sich nicht zuverlässig von Fehlern erholen, nicht umfangreich mehrere Tools nutzen, den Kontext nicht dauerhaft halten und nicht selbst entscheiden, was als Nächstes zu tun ist. Agentic-KI übertrifft One-Shot-Antworten durch die folgenden Features:

  • Zielorientierte Planung – KI-Agents können komplexe Ziele in geordnete Teilaufgaben zerlegen und Pläne anpassen. So werden komplexe Workflows anstelle einzelner Aktionen möglich.
  • Integration mit KI-Tools – Nutzung externer Tools, APIs, Datenbanken, Code-Ausführung und Dienste, um KI von der Analyse zur Ausführung zu bringen.
  • Autonome Ausführungsschleifen – Der Kernmechanismus der Zielerreichung ist ein sich wiederholender Steuerungszyklus aus Zieldefinition → Planung → Aktion → Beobachtung → Anpassung → Wiederholung-

Wie agentische KI-Agents lernen

KI-Agents lernen über mehrere Mechanismen. Generative KI-Modelle und ML-Modelle werden auf riesigen historischen Datensätzen trainiert. Durch Reinforcement Learning verbessern sich Agent-basierte KI-Systeme, indem sie Aktionen ausführen und Ergebnisse beobachten. Sie lernen auch durch Human-in-the-Loop-Feedback und episodische Gedächtnissysteme (was in vergangenen Interaktionen funktioniert hat).

Agentische vs. Generative KI: Hauptunterschiede

Generative KI bezeichnet Modelle, die Inhalte wie Text, Bilder, Code, Audio oder Video auf Basis von Mustern erzeugen, die sie aus Daten gelernt haben. Agent-basierte KI-Systeme planen, entscheiden und handeln autonom, um Ziele zu erreichen. Häufig nutzen sie generative KI als eine Komponente, um Aufgaben auszuführen und Geschäftsprozesse zu optimieren. Obwohl mit Agent-KI eine vollständig autonome Ausführung möglich ist, arbeiten die meisten produktiven Agents mit „Human-in-the-Loop“-Schutzmaßnahmen.

Generative KI reagiert auf Prompts, während agentische KI komplexe Prozesse initiiert und diese dynamisch anpasst.

Architekturvergleich

Die Architektur einer generativen KI ist eine einzelne Ausgabegenerierung: Nutzer → Prompt → Modell → Ausgabe.

Die Architektur von Agentic-KI ist eine mehrstufige Workflow-Automatisierung: Ziel → Agent-Schleife ↓ Planen → Handeln → Beobachten → Anpassen ↓ Tools, Modelle, Menschen.

Generative KI-Modelle funktionieren am besten, wenn das Ziel die Erstellung von Inhalten ist und die Tasks einstufig sind. Agentische KI wird eingesetzt, wenn die Tasks mehrstufig sind, Systeme bedient werden müssen, Anpassung erforderlich ist und die Ergebnisse wichtiger sind als Text.

Wie agentische KI-Systeme funktionieren: Technologie und Architektur

Agentische KI-Systeme sind Systeme, keine Modelle. Sie kombinieren LLMs, traditionelle KI, KI-Tools, Memory-Systeme und Steuerungslogik zu einer Schleife, die autonom planen, handeln, beobachten und sich anpassen kann. Sie ermöglichen es KI-Agents, Umgebungen wahrzunehmen, komplexe Probleme zu durchdenken, Handlungen auszuführen und aus Erfahrungen zu lernen. Die Kernschleife sieht wie folgt aus:

Ziel / Trigger ↓ Richtlinie und Leitplanken ↓ Agent-Controller (Ausführungsschleife) ↓ Planung und REasoning (LLM) ↓ Tool- und Modellorchestrierung ↓ Ausführung (Tools, APIs, ML) ↓ Beobachtung & Bewertung ↓ Entscheidung (fortfahren / wiederholen / neu planen / eskalieren) ↺ (Schleife)

Die Rolle großer Sprachmodelle

Große Sprachmodelle (eng. Large Language Models, LLMs) spielen eine zentrale Rolle für Reasoning, Interpretation und Synthese. Sie übersetzen menschliche Absichten oder Systemeingaben in strukturierte Ziele. Sie zerlegen komplexe Ziele in geordnete, logische Schritte. LLMs helfen, mit unvollständigen Informationen umzugehen und Abwägungen zu treffen, um die nächstbesten Aktionen vorzuschlagen. Sie beraten, welche Tools oder Modelle zu verwenden sind und warum. Außerdem sind LLMs besonders stark darin, unstrukturierte Daten zu interpretieren.

Integration von Machine Learning

Algorithmen für maschinelles Lernen übernehmen innerhalb der Ausführungsschleife eine komplementäre Rolle. Sie unterstützen die Entscheidungsfindung autonomer KI-Systeme durch Vorhersage, Scoring, Erkennung und Optimierung. ML-Algorithmen liefern zuverlässige Signale und Konfidenzschätzungen, die es Agents ermöglichen, autonom, sicher und im großen Maßstab zu handeln. ML-Modelle sind in der Regel spezialisierte, aufgabenspezifisch und modular. Sie werden periodisch neu trainiert, damit LLMs nicht mit Aufgaben überfrachtet werden, für die sie weniger geeignet sind.

Integration externer Systeme

Agent-basierte KI-Systeme integrieren auch externe Tools, externe Systeme und Enterprise-Software, indem sie als kontrollierte Orchestrierungsebene für die Aufgabenausführung dienen. KI-Agents koordinieren bestehende Umgebungen, darunter Datenbanken, Data- und Analytics-Systeme, Engineering- und DevOps-Tools, Kollaborationstools, SaaS-Plattformen, APIs, Workflows und Sicherheitskontrollen. Der zentrale Integrationspunkt ist die Tool- und Connector-Ebene, die externe Systeme in aufrufbare Aktionen abstrahiert. Diese kontrollierte Toolebene setzt Berechtigungen durch, protokolliert Aktionen und ermöglicht es Agents, bestehende Systeme sicher zu koordinieren, um Ziele zu erreichen – ohne sie zu ersetzen oder zu umgehen.

Multi-Agent-Systeme

Multi-Agent-Systeme sind Architekturen, in denen mehrere autonome Agents zusammenarbeiten – kooperierend, koordinierend oder konkurrierend –, um Ziele zu erreichen, die für einen einzelnen Agents zu komplexe Herausforderungen darstellen. Jeder Agent hat seine eigene Rolle, KI-Fähigkeiten und eine lokale Ansicht. Zusammenarbeit entsteht durch strukturierte Interaktion. Autonome Agents arbeiten in Multi-Agent-Systemen zum Beispiel dann zusammen, wenn ein Agent ein Ziel in Teilaufgaben zerlegt und diese zuweist. Agents arbeiten über einen gemeinsamen Workspace zusammen und die Kommunikation kann synchron oder asynchron erfolgen. Dabei tauschen sie strukturierte Nachrichten, Ergebnisse und Konfidenzwerte aus.

Anwendungen in der Praxis: Wo Agent-basierte KI einen Mehrwert schafft

Agentische KI-Systeme liefern messbaren Mehrwert, der über klassische Automatisierung oder generative KI hinausgeht. Besonders stark sind sie dort, wo Arbeit mehrstufig, dynamisch und entscheidungsintensiv ist. Beispiele hierfür sind:

Lieferkettenmanagement

Agentische KI-Agents helfen bei der Optimierung von Lieferketten, indem sie die Nachfrage überwachen und vorhersagen, Prognosen und Szenarien durchführen, Pläne neu ausbalancieren, komplexe Workflows automatisieren, Auswirkungen transparent machen und sich an veränderte Bedingungen anpassen. Die Planung von Lieferketten und Betriebsabläufen ist geprägt von vielen voneinander abhängigen Entscheidungen, hoher Unsicherheit und kontinuierlicher menschlicher Intervention. KI-Agents schaffen hier Mehrwert durch höhere Resilienz, schnellere Reaktionen auf Störungen und verbesserte Servicelevels im Supply-Chain-Management.

Kundendienst und Support

KI-gestützte Agents übernehmen Kundeninteraktionen, analysieren Daten und liefern handlungsrelevante Erkenntnisse – bei minimaler menschlichter Intervention. Support-Tickets erfordern Recherche, fundierte Antworten und Kontext, der häufig über mehrere Systeme und Datenquellen verteilt ist. KI-Agents können helfen, die Absicht und Dringlichkeit von Tickets zu klassifizieren, den Kundenkontext zu erfassen, Lösungsschritte zu versuchen, Antworten zu entwerfen und komplexe Fälle zu eskalieren. Sie schaffen Mehrwert durch schnellere Lösungszeiten, niedrigere Supportkosten, bessere Kundenbeziehungen und eine konsistentere Dienstqualität.

Softwareentwicklung

Autonome KI-Systeme automatisieren repetitive Aufgaben, sodass sich menschliche Teams auf höherwertige Arbeit konzentrieren können. Die Fehlerbehebung ist mehrstufig und kontextintensiv. KI-Agents können dabei helfen, indem sie Fehler reproduzieren, Code und Logs durchsuchen, Korrekturen vorschlagen, Tests ausführen und auf Feedback reagieren. So können sich Entwickler auf Architektur und Design fokussieren, statt auf Reparaturarbeiten – mit kürzeren Entwicklungszyklen und höherer Codequalität als Ergebnis.

Anwendungen im Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen schafft Agent-KI Mehrwert, indem sie komplexe Aufgaben sowie mehrstufige klinische, operative und administrative Workflows autonom mit „Human-in-the-Loop“-Genehmigung koordiniert. Umgebungen im Gesundheitswesen hochkomplex, fragmentiert und datenreich, zugleich aber stark isoliert und reguliert. Damit eignen sie sich besonders für Agent-KI bei zeitintensiven und regelgebundenen Aufgaben. KI-Agents können bei der Analyse von Patientendaten, der Automatisierung komplexer Tasks, der Koordination der klinischen Versorgung, der Entscheidungsunterstützung, dem Kapazitätsmanagement und bei klinischen Forschungsstudien unterstützen.

Automatisierung in Unternehmen

Unternehmensprozesse umfassen mehrere Systeme, manuelle Übergaben und inkonsistente Daten. Bei diesen Prozessen handelt es sich typischerweise um repetitive, regelbasierte Tasks mit stabilen Benutzeroberflächen. Agentische KI unterstützt, indem sie die Automatisierung von starren, regelbasierten Skripten zu adaptiven, zielorientierten Systemen mit intelligenter Ausnahmebehandlung weiterentwickelt, die über komplexe Geschäftsprozesse hinweg planen, handeln und Wiederherstellungsmaßnahmen ergreifen können. Agentische KI bietet eine dynamische Orchestrierung von Bots, um Multi-Bot- und Multi-System-Workflows zu ermöglichen. Statt Schritte zu automatisieren, automatisiert die Agent-KI Ergebnisse.

Finanzwesen und Risikomanagement

In einer Finanzumgebung erfolgt das Risiko-Monitoring kontinuierlich und umfasst viele manuelle Compliance-Prüfungen, die sich über mehrere Datenquellen erstrecken. Agentische KI kann dabei helfen, komplexe Tasks zu automatisieren, wie z. B. das Monitoring von Transaktionen oder Kontrollen, die Erkennung von Anomalien oder Verstößen, die Sammlung von Beweisen, die Bewertung des Schweregrads, die Triggerung von Kontrollen oder Überprüfungen und die Erstellung von Audit-Trails. Diese Art der Prozessautomatisierung schafft Mehrwert durch eine geringere Risikoexposition, schnellere Compliance-Workflows, bessere Audit-Trails und weniger manuelle Überprüfungen.

Einzelhandelsbetriebe

KI-Agents können den Einzelhandel transformieren, indem sie schnelle Entscheidungen treffen, die Effizienz steigern und das Kundenerlebnis ohne menschliche Aufsicht verbessern. Agentische KI kann dabei helfen, Berichte zu überprüfen und detaillierte Anleitungen für das weitere Vorgehen zu erhalten. Sie kann Marketern dabei helfen, Produktseiten mit neuen saisonalen Informationen zu aktualisieren oder eine Flut von Rücksendungen nach den Feiertagen zu bewältigen.

Implementierung von agentischer KI: Überlegungen und Anforderungen

Die Implementierung agentischer KI erfordert mehr als nur den Einsatz eines LLM. Da sie in Schleifen arbeiten und auf reale Systeme zugreifen, ähneln die Implementierungsanforderungen eher verteilten Systemen + Sicherheit + Produktkontrollen als einer typischen ML-Integration. Hier sind einige grundlegende Überlegungen und Anforderungen:

Infrastrukturanforderungen

Infrastrukturkomponenten können wie folgt unterteilt werden:

Kern-Compute- und Modellschicht für Funktions-/Tool-Aufrufe. Diese umfasst API-Gateways und Rate-Limit-Handling, Logik für Modell-Fallbacks und -Routing sowie eine sichere Verwaltung von Zugriffsschlüsseln.

Orchestrierung und Agent-Laufzeit mit einem Agent-Orchestrator und einer Ausführungsumgebung, die zustandsbehaftete Workflows, asynchrone Aufgabenwarteschlangen und Isolationsgrenzen erfordern.

Tooling- und Aktionsschnittstellen, einschließlich interner und externer APIs, Dateisysteme, Datenbanken und Code-Ausführungsumgebungen. Zu den Anforderungen gehören Tool-Registrierung und Schemata, Berechtigungen pro Agent und Audit-Protokollierung für jeden Tool-Aufruf.

Kurz- und Langzeitgedächtnissysteme, einschließlich Vektordatenbanken, strukturierter Zustandsspeicher, Pipelines für Memory Pruning und Zusammenfassungen sowie versionierter Speicher.

Beobachtung, Feedback und Bewertung für Tool-Eingaben, Nutzerfeedback, Erfolgs-/Fehlschlagsheuristiken und Latenz- und Kostenmetriken. Das erfordert Event-Logging, Evaluierungspipelines und Human-in-the-Loop-Review-Queues.

Sicherheit, Steuerung und Governance mit Aktionsbudgets, Hard Kill Switches, Berechtigungsnachweisen mit begrenztem Geltungsbereich und Policy Engines. Notwendig sind robuste Sicherheitsmaßnahmen, darunter eine Policy-Enforcement-Schicht, Rate Limits pro Agent, Genehmigungs-Gates und vollständige Audit-Trails.

Deployment- und Umgebungsmanagement mit einer Entwickler-Sandbox sowie Staging- und Produktionsumgebungen. Die Anforderungen umfassen Feature-Flags für Autonomieebenen, Canary-Deployments für die Logik des Agents, versionierte Definitionen der Agents und Rollback-Unterstützung für den Speicher.

Anforderungen an die menschliche Aufsicht

Um die Autonomie mit Human-in-the-Loop-Kontrollen in Einklang zu bringen und die Übereinstimmung mit menschlichen Absichten sicherzustellen, sind unterschiedliche Stufen der menschlichen Aufsicht zu berücksichtigen.

Human-in-Control: Agents erzeugen Empfehlungen, während Menschen Tasks freigeben und ausführen. Dies erfordert schreibgeschützte Tools und manuelle Ausführungskontrollpunkte.

Human-in-the-Loop (überwacht): Agents führen risikoarme Aktionen autonom aus, während für vordefinierte Aktionen eine menschliche Genehmigung erforderlich ist. Benötigt werden Genehmigungswarteschlangen, Aktionsvorschauen, zeitverzögerte Ausführungsfenster sowie Override- und Abbruchfunktionen.

Begrenzte Autonomie: Menschliche Eingriffe erfolgen nur bei Anomalien oder Schwellenwertüberschreitungen. Erforderlich sind fest definierte Aktionsberechtigungen, Kosten-, Zeit- und Schrittbudgets, automatisierte Alerts sowie Notfall-Kill-Switches.

Performance-Metriken

Um die Arbeitsergebnisse von agentischer KI zu messen, müssen sowohl Outcomes als auch Verhaltensaspekte erfasst werden. Zu den zentralen Metrikkategorien zählen:

Metriken zur Ergebniseffektivität wie Task-Erfolgsrate, Qualitätsbewertung des Abschlusses, Erfolg im ersten Durchlauf und Rate der Zielübereinstimmung.

Effizienz- und Produktivitätsmetriken wie z. B. die Zeit bis zum Abschluss, die Anzahl der Schritte, die Effizienz der Tool-Aufrufe und die Wiederholungsrate.

Kosten- und Ressourcennutzungskennzahlen wie Kosten pro Task, Kosten-Nutzen-Verhältnis, Budgetüberschreitungsrate und Caching-Trefferquote.

Zuverlässigkeits- und Robustheitsmetriken wie Ausfallrate, Anteil unvollständier Abschlüsse, Häufigkeit von Zeitüberschreitungen/Schleifen und Tool-Fehlerrate.

Metriken zur Sicherheit und Richtlinien-Compliance wie die Rate der Richtlinienverstöße, die Eskalationsrate für Genehmigungen, die Häufigkeit von Außerkraftsetzungen und die Datenzugriffs-Compliance.

Metriken für die menschliche Aufsicht wie die Human-Touch-Rate, die Überprüfungszeit pro Task, die Genehmigungsgenauigkeit und der User-Trust-Score.

Metriken für die Geschäftsauswirkungen, wie z. B. eingesparte Arbeitsstunden, beeinflusste oder geschützte Einnahmen, Fehlerreduzierung im Vergleich zur Baseline, Tasks-Steigerungen und Verbesserungen bei der Einhaltung von SLAs.

Integrationsmetriken

Das Folgende kann verwendet werden, um zu messen, wie gut sich Agents in bestehende KI-Workflows, Tools und Betriebssysteme integrieren:

Interoperabilitäts- und Kompatibilitätsmetriken wie Workflow-Kompatibilitätsrate, Tool-Wiederverwendungsrate, Schemakonformitätsrate und API-Vertragsstabilität.

Übergabe- und Koordinationsmetriken wie die Erfolgsrate bei der Übergabe vom Menschen zum Agent, der Erfolg der Agent-zu-Agent-Koordination, der Score für die Kontexterhaltung und die Fallback-Wiederherstellungsrate.

Metriken für Workflow-Effizienz und Latenz, wie z. B. die End-to-End-Workflow-Zeit, die durch Agents verursachte Latenz, die Parallelisierungsrate und die Engpasshäufigkeit.

Metriken zur Zuverlässigkeit und Stabilität wie die Ausfallrate bei der Integration, der Health Score für Abhängigkeiten, die Wiederholungs- und Kompensationsrate und Vorfälle von Versionsdrift.

Metriken zur Governance und Richtlinienkonformität wie Abdeckung der Richtliniendurchsetzung, systemübergreifende Audit-Vollständigkeit, Genehmigungskonsistenzrate und Einhaltung von Datengrenzen.

Herausforderungen: Management von Autonomie, Erklärbarkeit und Risiko

Mit zunehmender Autonomie steigen auch die Anforderungen an Erklärbarkeit, Kontrolle und Risikomanagement. Die Balance zwischen autonomem Betrieb und ständiger menschlicher Aufsicht kann Geschwindigkeit zugunsten von Kontrolle, Skalierbarkeit zugunsten von Aufsicht und Flexibilität zugunsten von Konsistenz opfern. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sollten Sie die Implementierung von Agent-basierter KI mit abgestuften Autonomieleveln, expliziten Handlungsbereichen und Berechtigungen, Kosten-/Zeit-/Schritt-Budgets pro Task und einem progressiven Rollout in Betracht ziehen.

Erklärbarkeit in mehrstufigen Prozessen

Agent-KI schafft auch Herausforderungen bei der Erklärbarkeit in mehrstufigen Entscheidungsprozessen. Zu den Mitigationsstrategien gehören strukturierte Reasoning-Zusammenfassungen, Aktions-Logs mit Begründung, schrittweise Ausführungs-Traces, wiederholbare Task-Ausführungen und eine eindeutige Zuordnung zu den Agent-Versionen.

Verhindern von unbeabsichtigtem Verhalten

Unbeabsichtigtes Verhalten in autonomen Systemen kann durch mehrdeutige Ziele, unvollständigen Kontext, Modellgrenzen oder Wechselwirkungen zwischen Tools und Umgebungen entstehen. Um solche Effekte zu vermeiden, braucht es klare Ziel- und Scope-Definitionen, Handlungsbeschränkungen und Berechtigungen, Autonomiegrenzen und -budgets, Leitplanken auf der Policy-Ebene, Human-in-the-Loop-Kontrollen, Observability, Logging und Replay, Tests und Simulation, adversariale Evaluation, Feedbackschleifen sowie Notfallkontrollen und ein Incident-Response-Setup.

Umgang mit Bias und Fehlerrisiken

Eine weitere Herausforderung besteht darin, Bias (Voreingenommenheit) und Fehlerrisiken zu bewältigen und sicherzustellen, dass KI-Systeme eigenständig handeln und dabei Grenzen einhalten. Bias kann durch Trainingsdaten und vortrainierte Modelle, Tool-Ausgaben, das historische Gedächtnis und menschliche Feedbackschleifen in das System gelangen. Gegenmaßnahmen umfassen vielfältige und repräsentative Evaluierungsdatensätze, die Trennung von Entscheidungslogik und historischen Outcomes, regelmäßige Memory-Reviews und Memory Pruning sowie kontrafaktisches Testen. Bias-Erkennung muss das Verhalten des Agents über die Zeit bewerten, nicht nur einzelne Outputs.

Autonomie und Aufsicht ausbalancieren

Es ist entscheidend, ein Gleichgewicht zwischen Autonomie und Aufsicht zu finden. Übermäßige Aufsicht untergräbt die Effizienz; unzureichende Aufsicht erhöht das Risiko. Erstellen Sie risikogestufte Autonomiemodelle. Für Aktionen mit hoher Wirkung sollten Approval Gates vorgesehen werden, ergänzt durch ausnahmebasiertes menschliches Eingreifen und adaptive Autonomie, die je nach Performance-Metriken strenger oder lockerer ausfällt.

Ist ChatGPT eine agentische KI?

Da sich agentische KI-Systeme durch die Fähigkeit auszeichnen, über mehrere Schritte autonom zu planen, zu handeln, Ergebnisse zu beobachten und zu iterieren, ist ChatGPT keine agentische KI, sondern eine konversationelle KI. Es kann jedoch als Komponente von agentischen Systemen eingesetzt werden. ChatGPT entscheidet nicht selbst, wann es handeln soll, sondern reagiert auf Benutzereingaben. Es verfolgt keine Ziele über die Zeit hinweg und initiiert keine Schleifen oder selbstgesteuertes Verhalten. Es hat kein unabhängiges Gedächtnis oder keinen Zustand über die aktuelle Konversation hinaus.

ChatGPT würde nur dann als Agent-KI gelten, wenn es in ein System eingebettet wäre, das ihm dauerhafte Ziele, autonome Handlungsfähigkeit und eine begrenzte Kontrolle über die Ausführung verleiht. Bis dahin bleibt es eine leistungsstarke Reasoning-Engine, aber kein autonomer Agent.

Gibt es bereits agentische KI? Aktueller Stand und Zukunft

Systeme mit agentischer KI gibt es heute bereits, aber nur in eng begrenzten, stark eingeschränkten und von Menschen überwachten Produktionsumgebungen. Häufige Implementierungen in der Praxis umfassen Agents zur Workflow-Automatisierung, Monitoring- und Incident-Response, Recherche- und Syntheseagents sowie Customer-Operations-Agents, die über Approval Gates abgesichert sind. Es handelt sich um Systeme, die auf LLMs aufbauen, nicht um autonom agierende LLMs. Behauptungen über vollständig autonome KI-Agents sind größtenteils Marketing, Demos oder Forschungsprototypen.

Prototypen vs. ausgereifte Implementierungen

Heute gibt es klare Unterschiede zwischen Prototypen und ausgereiften Implementierungen für spezifische Aufgaben. Prototypen können Konzepte und die Machbarkeit validieren, während ausgereifte Implementierungen zuverlässige, wiederholbare Ergebnisse liefern. Prototypen werden verwendet, um das Verhalten und die Arbeitsabläufe von Agents zu erkunden, ihren Nutzen zu demonstrieren und sie auf Geschwindigkeit und Flexibilität zu optimieren. Ausgereifte Implementierungen laufen sicher in Produktionsumgebungen, integrieren sich in Kernsysteme und -prozesse und sind auf Stabilität, Governance und Skalierung ausgelegt.

Der Weg zur breiten Akzeptanz

Die breite Akzeptanz wird schrittweise, domänenspezifisch und von Governance geleitet erfolgen und nicht universell oder vollständig autonom sein. Die Entwicklung ähnelt eher früheren Infrastrukturtechnologien als plötzlichen Durchbrüchen im Consumer-Bereich. In den nächsten ein bis zwei Jahren werden Fortschritte im maschinellen Lernen eine zuverlässigere Nutzung von Tools, bessere Orchestrierungs-Frameworks, verbesserte Speicher- und Abrufsysteme, eine stärkere Evaluierung und Monitoring sowie sicherere Autonomiemuster ermöglichen. Das könnte zu mehr domänenspezifischen Agents und einer breiteren Nutzung überwachter Autonomie führen.

Es ist plausibel anzunehmen, dass Agents in drei bis fünf Jahren ein breiteres Spektrum von Tasks bewältigen, eine anpassungsfähigere Planung und Wiederherstellung durchführen, weniger ständige Überprüfung benötigen und standardisierte Agent-Governance-Frameworks verwenden werden. Die nächste große Entwicklung sind dabei nicht einzelne, noch leistungsfähigere Agents, sondern koordinierte Systeme spezialisierter Agents. Multi-Agent-Kollaboration ermöglicht mehr Skalierung, Robustheit und Flexibilität, bringt jedoch neue Herausforderungen bei Koordination und Governance mit sich.

Agentische KI-Tools und -Plattformen

Organisationen, die agentische KI implementieren, können verschiedene Tools und Plattformen nutzen, um KI-gestützte Lösungen zu entwickeln, bereitzustellen und zu betreiben. Diese Tools bieten Frameworks zur Orchestrierung von KI-Agents, zur Verwaltung kontinuierlicher Lernzyklen und zur Integration mit anderen Systemen. KI-gestützte Plattformen bieten vorgefertigte Komponenten für Problemlösung, Prozess- und Datenmanagement sowie KI-Funktionen. Das beschleunigt die Entwicklung und stellt gleichzeitig robuste Sicherheitsmechanismen sicher.

Fazit

Agentische KI stellt einen fortschreitenden Wandel hin zu autonomer, zielgerichteter künstlicher Intelligenz dar. Während sie sich weiterentwickelt, wandelt sich die KI von einem Werkzeug zu digitalen Mitarbeitenden oder Ausführenden. Durch Autonomie allein schafft Agent-KI jedoch keinen Mehrwert. Ein Mehrwert entsteht, wenn ihre Kernmechanismen – Planung, Werkzeugnutzung, Gedächtnis, Feedback und Kontrolle – auf die richtigen Aufgabentypen abgestimmt sind.

Der größte Nutzen ergibt sich, wenn KI-Agents komplexe Aufgaben automatisieren, die mehrstufig und nicht linear sind, mehrere Systeme, APIs oder Datenquellen einbeziehen, wiederkehrend sind, aber keine starre Ausführung erfordern, feedbackabhängig sind, sodass Ergebnisse die nächsten Schritte beeinflussen, und bei denen Handlungen begrenzt oder überprüft werden können.

Praxisnahe Implementierungen lassen sich heute bereits in Bereichen wie Operations und Analytics, Qualitätssicherung und Compliance, Monitoring und Störungsbehandlung sowie Research und Synthese beobachten. Für die Bewertung der organisatorischen Bereitschaft zur Einführung agentischer KI gilt: Erfolgreiche Implementierungen zeichnen sich durch klar definierte Verantwortlichkeiten der Agents, eine enge Integration in bestehende Systeme, explizite Abbruchbedingungen, kurze Feedbackschleifen und Menschen als letztverantwortliche Entscheidungsträger aus.

Wenn Ihre derzeitige Automatisierung fragil oder undokumentiert ist – wenn Prozesse informell sind, wenn die Verantwortlichkeit heute unklar ist –, wird agentische KI das Problem verstärken. Und wenn Sie beginnen, Autonomie zu operationalisieren, dann erwarten Sie inkrementelle Autonomie und keinen plötzlichen Sprung.

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